Exkursion ins Schauspielhaus

Deutsche Kolonien in Afrika - Exkursion der Geschichtsgrundkurse der Q1

Am 11.04.2016 unternahmen die beiden Geschichtsgrundkurse von Frau Frommann und Herrn Scheel einen Ausflug zum politischen Salon des Schauspielhauses Essen.

Der Diskussionsabend behandelte das Thema „Deutsche Kolonien in Afrika – ein Stück vergessene Geschichte(?)“ und griff damit das aktuelle Unterrichtsthema auf.

Bei der Diskussion zu Gast waren die Geschichtsprofessorin Bea Lund (ehem. Europa-Universität Flensburg
) Hanns Lessing (Referent der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen) sowie Dr. Henning Melber (Dag Hammarskjöld Stiftung Uppsala). Durch informative Powerpoints, drastische Beispiele, einige Lacher und das Involvieren der Zuschauer war der Abend zu Beginn recht locker. Vom historischen Überblick des Kolonialismus ging es inhaltlich weiter zur Situation des heutigen Namibia als ehemaliger deutscher Kolonie. Weitere Aspekte, die behandelt wurden, waren beispielsweise der Umgang der Kolonialisten mit den Einwohnern sowie der damit verbundene Identitätsdiebstahl, der Völkermord an den Herero und schließlich die Folgen des Kolonialismus. Abschließend wurde die Frage erörtert, ob der Kolonialismus heutzutage noch immer, wenn auch in abgewandelter Form, existent sei.

Blickte man während der mehr oder weniger angeregten Diskussionen durch den Raum, konnte man durchaus interessierte Zuhörer sehen, auch wenn dies vielleicht nicht bei jedem der Fall gewesen sein mag. Nach ca. 1 ½ Stunden formulierten die drei Experten zum Thema Kolonialismus jeweils ein eigenes Fazit. Insgesamt gesehen hielten sie fest, dass Kolonialismus kein Teil der Geschichte, sondern immer noch gelebte Realität sei und die Menschen ihre Einstellung ändern müssten. Hier wurden auch wir – die Jugend in der Gesellschaft – angesprochen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle drei Experten der Meinung sind, dass die Gesellschaft umdenken und ihre Einstellungen ändern müsse. Auch täusche sich die Gesellschaft nur selbst, wenn sie das Gegenteil behauptet.

Als persönliches Fazit über den Abend lässt sich sagen, dass der Ausflug eine interessante Idee war, da es Abwechslung zum Unterricht bot und speziell für Politikinteressierte informativ war. Kritisieren lässt sich aber, dass der Termin ziemlich spät gelegt war, die Veranstaltung mit der Zeit etwas langatmig wurde und wir als normale Geschichtsschüler nicht immer alles verstanden haben. Alles in allem lässt sich sagen, dass eine solche Veranstaltung für Geschichtsinteressierte mit freien Montagabenden und Durchhaltevermögen durchaus zu empfehlen ist.

Sarina König, Q1 GK Geschichte