Kreative Lösung zur Umsetzung des teuren Taschenrechnererlasses

Am 22.05.15 wurde an der AKS die zentrale Klausur am Ende der Einführungsphase im Fach Mathematik geschrieben.

Die entscheidende Neuerung: Die Schülerinnen und Schüler müssen ab diesem Jahr den Großteil der Aufgaben mit einem grafikfähigen Taschenrechner (GTR) oder einem Computer-Algebra-System (CAS) bearbeiten.

Mit dem Erlass für die verbindliche Einführung von grafikfähigen Taschenrechnern wurde bereits 2012 bestimmt, dass ab 2015 ein GTR auf Kosten der Schüler und Eltern angeschafft werden müsse. Zur Auswahl stehende Geräte der größeren Taschenrechnerhersteller sind nach wie vor technisch veraltet. Sowohl die Bedienung als auch die Visualisierung ist für Schüler wenig geeignet und ermöglicht keineswegs den im Erlass propagierten „kreativen Umgang mit mathematischen Fragestellungen“. Dazu kommt die finanzielle Belastung in Höhe von 70 bis 100 Euro, die für viele Familien unzumutbar ist.

Nach massivem Protest von Lehrern und Eltern wurde der Erlass 2014 ergänzt, sodass anstelle eines GTR nun auch andere Geräte, wie Computer oder Tablets verwendet werden dürfen. Allerdings wurden die technischen und organisatorischen Bedingungen für Prüfungen so hoch angesetzt, dass lediglich vier Schulen in ganz NRW dazu bereit waren, ein zeitgemäßes technisches Hilfsmittel anstelle eines GTR im Unterricht und in den Prüfungen einzusetzen.

Die Alfred Krupp Schule hat sich für die Nutzung von Computern mit der kostenlosen und frei erhältlichen Software GeoGebra entschieden. Diese wurde speziell zum Lernen und Lehren entwickelt und ermöglicht über einen intuitiven Zugang handlungsorientierte, experimentelle und entdeckende Vorgehensweisen.

Für die erlasskonforme Durchführung der zentralen Klausur war es nötig, für alle 92 Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase gleichzeitig einen schuleigenen Computerarbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Dazu kamen noch 10 Reservegeräte, die auf insgesamt fünf Klausurräume verteilt wurden. Jeder Computer war zuvor so eingerichtet worden, dass ein abgesichertes Linux-Betriebssystem mit GeoGebra starten konnte, da laut Erlass „der Zugriff ausschließlich auf die CAS-Software möglich sein darf, nicht auf andere Programme, eigene Dateien, oder Netzwerke aller Art“.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an die Eltern, die einen Computer an uns gespendet haben. Mit Ihrer Spende haben Sie dazu beigetragen, dass jährlich mindestens 8.000 Euro, der Anschaffungspreis der GTR für eine Stufe, eingespart werden können.

Vielen Dank auch an die Schulleitung, alle Kolleginnen und Kollegen, das Alfried Krupp Schulmedienzentrum und das Essener Systemhaus, die dieses zukunftsorientierte Konzept für den Einsatz technischer Hilfsmittel im Mathematikunterricht ermöglicht haben.